C2C Spirits Cup: Blindtasting von Whisky

Nach langer Abstinenz (und ich meine nicht den Alkohol) melde ich mich bei ihnen wieder.


Ich war letzte Woche Dienstag auf einem Tasting zum C2C Spirits Cup, dem einzigen Customer to Customer Event, bei dem Laien (so wie ich) tatsächlich mal in den Genuss kommen ein Blindtasting mit Punktebewertung durchzuführen. 


Als ich den Raum betrat (wieder bei Weltfein in Hannover) wurde ich zunächst von J. Norney, der Connaisseuse des Abends, einer von wenigen Whisky Somelliers Deutschlands, begrüßt. Sie richtet das Ganze gegen eine kleine Aufwendung durch die Gäste aus und steht im Kontakt zu der Industrie, sprich den Unternehmen wie Glenfiddich oder wer auch immer gerade Kunde ist. Ich wurde außerdem von einer Wolke Whisky-Dunst in Empfang genommen, der unweigerlich in der Luft waberte. 

Immerhin gab es 18 Whiskys zu verkosten - und das ist kein Zuckerschlecken, auch wenn es sich für den ein oder anderen sicherlich so anhört. 

Die Whiskys wurden komplett blind verköstigt und man konnte auch mit der Tastingreihenfolge des Nachbarn nichts anfangen und dadurch leider nichts diskutieren - oder aber (und was war Ziel der Sache) sich nicht absprechen. An und für sich ein sehr gutes System. Zum Tasting wurde am Anfang ein durchschnittlicher Whisky, der innerhalb von 3 Jahren von allen Mitmachern getastet und mit durchschnittlich 5.3 Punkten bewertet wurde, als Kalibration genutzt. Es wurde einiges erklärt: Das Nosing am besten mit jedem Nasenloch einzeln; den Whisky im Mund herumspülen; mit spitzem Mund Luft in den Rachenraum "schlürfen" - nur so bekommt man das komplette Geschmackserlebnis, denn in der Nase sind 100000 mal mehr Rezeptoren als im Mund.

Unterteilt waren die 18 Whiskys in "Flight Numbers" , die Kategorien wie etwa "Single Malt Scotch" oder "American Bourbon" darstellten - so viel wusste man - die einem aber ebenso unbekannt blieben. Also wirklich ein kompletter Blindflug.
Das gelbe Eimerchen auf dem Tisch war zum Spucken gedacht, was bei 18 Whiskys auch nötig ist. Man muss dafür sogar unterschreiben - und das ist in meinen Augen auch eine notwendige Maßnahme. 

Anders als in "Profi-Tastings" wurden Punkte von 1-10 verteilt, wobei 10 die Höchstwertung war. Bei Profis werden ja immer 100 Punkte vergeben. 
Ich habe zu jedem Glas meine Tastingnotes verfasst und war so ziemlich der langsamste in dem Tasting. Ich habe außerdem den Fehler begangen jeden Whisky komplett zu verköstigen (außer bei den letzten 4-5). Das hat mir am nächsten Tag Zahnfleischbluten vom Feinsten beschert, denn ich habe mir ca. 2.5 Stunden lang den Mund mit Alkohol ausgespült - Mundspülung in dem Sinne.


Die Whisky Range ging tatsächlich von 2 Punkte Whiskys bis zu 10 Punkten, die ich aber nur einmal verteilt habe. Da waren schon echt eklige Dinger dabei, aber auch sehr leckere. 

Man hätte auch ein Rum Tasting machen können, aber das lag mir nicht so und dementsprechend habe ich natürlich Whisky machen wollen. Dieses Event wurde außerdem mehrmals, mit anderen Teilnehmern natürlich, innerhalb des letzten halben Jahres durchgeführt, um eine anständige Studie zu erhalten. Vielleicht können sie ja auch nächstes Jahr an so einem Event teilnehmen, in ihrer Nähe?

Zum Abschluss konnte man dann noch 4 seiner Favoriten aufschreiben und bekam diese in kleinen Probenfläschen mitgegeben oder konnte sie vor Ort verzehren - ich konnte allerdings nicht mehr und habe sie mir mitgeben lassen.

Für mich war das Event echt sehr anstrengend und mein Gehirn war deutlich spürbar überfordert von der Reizflut, die es so nicht erwartet hatte. 



Die Auflösung erfolgt auf der Aquavitae dieses Wochenende, wobei jedoch nur die besten 65 % genannt werden. Der Medaillenspiegel ist enger als bei herkömmlichen Tastings, wo bis zu 85 % der Whiskys eine Bewertung erhalten. Eine Bewertung erhalten natürlich alle Whiskys, der Endverbraucher erfährt dies nur nicht , welche 35 % sehr sehr schlecht abgeschnitten haben. 
Leider kann ich nicht auf der Aquavitae sein, aber ich bekomme eine E-Mail Benachrichtigung über meine 4 Proben und deren Ergebnis. Schauen wir mal was da herausgekommen ist!

Ich werde auf jeden Fall meine Tastingnotes und Ergebnisse auf diesem Blog veröffentlichen und freue mich darauf.

Bis dahin verbleibe ich mit einem: Gönnen Sie sich! (so wie immer)
Ihr Fine-Stuff Enthusiast

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