Ergebnisse meiner C2C Spirits Cup Bewertung

Es ist schon wieder etwas länger her, dass ich auf dem Blog hier etwas gepostet habe, aber dies hier ist nun einmal nur ein Hobby und wenn es im Leben etwas schneller vorangeht als üblich, dann fehlt einem einfach mal die Zeit.
Ich hoffe Sie verzeihen mir und lesen trotzdem weiter.

Das eigentliche Thema dieses Blogposts soll der C2C Spirits Cup sein, nicht mein schlechtes Zeitmanagment, also zurück zu dem Thema weswegen sie hier sind:
Ich habe 4 meiner Lieblingen vom Cup als Probe mit nach Hause nehmen können. In ihnen steckte ein Irish Blend, ein Schwedischer Malt, ein Deutscher Single Malt und ein Islay Blend. Sehr interessant und ich war überrascht, dass doch so unterschiedliche Whiskys meinen Geschmack getroffen haben. Immerhin haben 2 davon eine Goldmedaille bekommen, die beiden anderen Bronze. Mein Geschmack ist also gar nicht so verkehrt!



Ich hatte ja versprochen meine 4 Favoriten des C2C Spirit Cups zu veröffentlichen, insbesondere auch meine Tastingnotes und hier sind sie nun:

West Cork, Black Cask, Irish blended whiskey (Kirsch Whisky, Syke)

Dieser Irish Blend hat mich tatsächlich positiv überrascht. Mein erster Eindruck war "das ist doch ein Glendronach!" - war es aber offensichtlich nicht. Normalerweise war ich den irischen Whiskys immer sehr skeptisch gegenüber, dieser Blend (der außerdem noch ausgesprochen günstig ist) hat jedoch mein Weltbild deutlich verändert. In meiner Bewertung gab es 9/10 Punkten. In der Nase war dieser Whisky ein Traum von dunklen Trockenfrüchten, einer vollen Ladung Sherryfass, Eichenholz und Süße. Im Geschmack trat er trotz seinen 40 vol.-% mit geballter Power auf: Viele süße Früchte, beinahe erinnernd an Datteln, seichten, nicht zu bitteren Eichenholz und einer kräftigen Vanilleschote. Der Abgang war lang mit sehr viel Vanille und Honig und zu meiner Überraschung fand ich auch etwas Vollmilchschokolade. Dieser Whisky bekam aber nur eine Bronzemedallie - sehr schade.

DeCavo Single Malt #14, German single malt whisky (Märkische Spezialitätenbrennerei, Hagen)

Ich habe ein Faible für deutsche Whiskys und - ohne zu wissen was ich da trinke - hat es sich wieder einmal gezeigt. Ein wunderschöner Whisky aus der Märkischen Spezialitätenbrennerei aus Hagen. Dieser Whisky präsentiert sich diesmal in Fassstärke und wurde offensichtlich in einer Höhle gelagert. Merklich Spürbar ist die Jugendlichkeit dieser wunderbaren Spirituose. Eine starke pfeffrige Schärfe pendelt sich im Mund ein, behält man ihn zu lange auf der Zunge und der Speichelfluss ähnelt einem Wasserfall. Das Ganze ist jedoch kaum unangenehm. Wunderbar feine Holznoten treten durch die Verdünnung mit dem eigenen Speichel auf und merkliche Honigsüße zeigt sich. Die Nase dabei wunderbar voll mit Zitrusfrüchten, sehr frisch mit Zitrone, Orange und Grapefruit. Der Abgang ähnelt einer gezuckerten Limonade, süßliche Zitrone und kein bisschen Bitterkeit. Dieser Whisky ist vermutlich nur 3 Jahre im Fass gereift, hat aber schon einen wunderbaren Charakter und bekam bei mir eine 10/10. Im Ranking hat er es auch nur zu einer Bronzemedallie gebracht.





Mackmyra, Svensk Rök American Oak, Swedish single malt whisky (Mackmyra Deutschland, Hamburg)

Ja ein schwedischer Whisky, der in erhöhter Trinkstärke auftritt (46,1 %). Der Svenks Rök ist ein wunderbarer Whisky, in der Nase kommt er sehr geschwülstig daher: Ein torfiger Auftritt mit süßen Rosinen, frischen Orangenschalen, Rauchigkeit und vor allem - und das liebe ich bei gewissen rauchigen Whiskys - kommt er leicht gesalzen daher. Der Geschmack dann bombastisch,  es treten süße Holzaromen auf, weiche Lederpolster werden untermalt von einem kalten, weichen Raucharoma und Tabaknoten. Der Abgang kommt für mich etwas kurz und eindimensional daher, man hat eigentlich merklich nur den Rauch auf der Zunge, etwas Honig kommt dazu und verleiht dem ganzen weiche Cremigkeit. Bei mir war es eine 9/10, in dem Cup allerdings eine Goldmedallie. Mit ungefähr 80-90 € schlägt dieser Whisky auch ordentlich zu Buche - und fällt für mich dadurch aus dem Raster. Für einen Scotch gebe ich gut und gerne 90 € aus, aber für einen schwedischen Whisky? Da ist bei mir irgendwo eine Hemmschwelle.





Spirit & Cask Range, Islay 55%, Scotch single malt whisky (Whiskymax, Mainhausen)

Dieser Whisky ist für mich definitiv der Gewinner dieses Cups. In meiner Bewertung eine 10/10 - und das für einen heavily peated Whisky - und in der Cup Bewertung eine Goldmedallie, das erlebt man nicht alle Tage. Mit 55 vol.-% tritt dieser Whisky Fassstark auf und legt dabei einen wirklich echten Auftritt hin: In der Nase wirkt er für mich sehr Salzig, wie eine feuchte Meeresbriese, gepaart mit Lagerfeuer. Sozusagen ein Stockbrotabend am Strand, jedoch mit Sturmflut gepaart. Wunderbare volle Aromen, eine Sherrybombe. Dieser Whisky hat locker 30 ppm Rauch, wenn nicht sogar mehr. Es treffen garantiert einige Fässer von Lagavulin und Ardbeg in diesem Blend zusammen. Ein sehr süßer, sehr rauchiger Whisky, deutliche Sherrynoten, wenig Holznoten. Man findet auch maritime Noten im Geschmack wieder, so finde ich zum Beispiel Seetang. Für 38 € ist dieser Whisky sicherlich eine Investition wert. 




Das komplette Ranking können sie auf dem C2C Spirits Cup Blog ansehen.



Damit verabschiede ich mich von ihnen wie immer mit einem: Gönnen sie sich!



Ihr Fine-Stuff Enthusiast


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