Ardmore 20 Jahre - 1996 - Die neue Abfüllung von Ardmore

Just vor ca. 2 Wochen kam die neue Ardmore Abfüllung auf den Markt, ein 20 jähriger Malt aus Ex-Bourbon Oak Fässern, die natürlich die charakteristische Rauchigkeit der Ardmore Brennerei beherbergt.
Ich habe über meinen Freund, der mir auch wieder die wunderbaren Bilder der Flasche kredenzt hat, ein 4 cl Sample bekommen und mit einem weiteren Freund zusammen verkostet - denn ich trinke nie alleine.
Fast ein Werbetaugliches Bild, das Etikett von "The Ardmore aged 20 years". Foto D.Z.

Ardmore ist eine Destillerie, die ansonsten nur für ihre relativ jungen, schön rauchigen Malts bekannt ist. Bekannt ist jedoch relativ, denn erst in letzter Zeit erfreut sich Ardmore einer wirklichen Beliebtheit, die von vielen Leuten bestätigt wird. Dutzende Abfüllung von unabhängigen Bottlern sind heiß begehrte Ware - und so war es nicht verwunderlich, dass The Ardmore eine ältere Core-Range Abfüllung herausgebracht hat. Der "Rise Up", wie es so schön auf der Homepage von Ardmore heißt, wiedergespiegelt durch die Abbildung des Adlers auf den Flaschen als Markenzeichen der Destillerie, ist unaufhaltsam.

The Ardmore Aged 20 Years. Foto D.Z.


Der 20 jährige von 1996 ist offensichtlich noch so neu, dass er zu dem Zeitpunkt der Entstehung dieses Beitrags noch nicht einmal auf der Homepage von Ardmore zu finden ist.

Der Whisky ist weder kühlgefiltert noch großartig verdünnt und kommt somit mit 49,3 vol.-% daher. Ob es Fassstärke ist kann ich nicht sagen, da aber manche 14-16 jährige Single Cask Ardmores noch 56+ vol.-% haben, wohl eher unwahrscheinlich.
Sehr schön bei Ardmore Whiskys empfinde ich den Fakt, dass er sowohl im Hype bei Kennern und Whiskyliebhabern ist, als auch für Anfänger, vorausgesetzt diese mögen rauchige Whiskys, immer ein Renner ist.
Der Ardmore 20 Jahre während er aktiv Verteilt wird - nur die Hälfte in der Flasche.
Foto D.Z.
Im Nosing kommt der Ardmore rauchig und phenolig daher, teils etwas fleischig. Aber gleichzeitig zeigen sich auch Vanillearomen und Süße, etwas fruchtiges, in Richtung Birne kommt auch. Insgesamt aber nicht aufdringlich und nicht geschwülstig, sondern recht gefällig, sogar lieblich. Medizinische Noten erkenne ich nicht und habe ich auch eigentlich nicht erwartet.
Im Geschmack tritt zunächst Rauch und damit gepaart pfeffrige Würze, ja eventuell sogar etwas Kardamom, im Mund auf, verfliegt aber nach kurzer Zeit. Dann treten die Tannine aus der Eiche mit einer eher holzigen Geschmackserscheinung auf, wohlige Wärme macht sich im Mund breit. Es folgen Honigsüße und Vanille, der Whisky wirkt etwas öliger als zuvor und der süßliche Rauch geht in den Hintergrund über. Mit dem Einschießen des Speichelflusses und dadurch gleichzeitiger Verdünnung des Whiskys entfaltet sich die Fruchtigkeit des Whiskys etwas, die Birne tritt in den Vordergrund, gleichzeitig sind aber auch Malzigkeit und Getreidigkeit zu erkennen.
Der Abgang mittellang gleicht einem Vanillebonbon und der Rauch verweilt noch einige Zeit im Mund bevor er dem buttrigen Geschmack von Caramel und Toffee weicht. 

Insgesamt ein wunderbar komplexer 20 jähriger Whisky, der seine 90 € definitiv wert ist und durchaus rechtfertigt. 

Neu in der Standardrange ist unter anderem auch eine Port Wood und Tripple Wood Abfüllung, die es bei gegebener Zeit auch noch zu probieren gilt.

Damit verbleibe ich, wie immer, mit einem: Gönnen Sie sich!

Ihr Fine-Stuff Enthusiast

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