Chichibu Ichiro's Malt - Wine Wood Reserve & Mizunara Wood Reserve

Hallo liebe Leser,

auch im Dezember sollen sie etwas zu lesen bekommen, wenn sie schon meinen Blog besuchen. Ich habe in letzter Zeit viel bei Flaschenteilungen mitgemacht und selbst welche initiiert und war dementsprechend sehr beschäftigt guten Content zu kreieren.

Als ich erst letztens in einen Kaufrausch verfiel, da erweiterte sich meine Sammlung um 4 Chichibus, zum einen den Chichibu The Peated 2016, zum anderen der Chichibu On The Way 2015. Jedoch waren auch 2 Flaschen dabei, die ich gerne öffnen wollte. Der Preis war mir jedoch, wie immer, ein Dorn im Auge und ich konnte es nicht über das Herz bringen, die Flaschen zu öffnen. Da dies sehr spezielle Tropfen sind, dauerte eine von mir eröffnete Flaschenteilung im Whisky.de Forum und auf Facebook fast 3 Monate, bis ich alle Samples, die ich abgeben wollte, an den Mann gebracht hatte.
Sie haben es an der Überschrift wahrscheinlich schon gesehen; es handelte sich um die Chichibu Ichiro's Malt Abfüllungen, Wine Wood Reserve und Mizunara Wood Reserve, von denen ich ihnen jetzt gerne meine Tastingnotes eröffnen möchte. Eine richtige Website konnte ich nicht finden, was vermutlich meiner fehlenden Kenntnis der Japanischen Sprache zu schulden ist.
Die Flaschen kommen zunächst einmal recht schlicht daher. Sie sind sehr puristisch gehalten, mit jeweils einem goldenen Blatt, beim Mizunara Wood Reserve, und einem roten Blatt, beim Wine Wood Reserve. Die Schrift ist in Schwarz, Weiß oder Gold gehalten. Die Farbe der Mizunara Wood Reserve ein goldgelber Honigtropfen, die Wine Wood Reserve dann doch ein rötlicher, satter Bernstein.
Die Umverpackung hat auf der Oberseite das Logo des Ichiro's Malt und der Chichibu Destillerie, auf der Vorderseite ist das selbe charakteristische Blatt abgebildet, wie auf der Flasche. 
Ein schöner Beitrag zum Hintergrund der Destillerie finden sie hier. Der Ort der Destille ist in der Präfektur Saitama, einer Provinz in Japan.

Interessant an diesen Malts ist zum einen, dass sie aus der kleinsten Destillerie Japans kommen, andererseits, dass sie charakteristische Geschmäcker japanischen Whiskys kanalisieren. Der Destilleriecharakter kommt in beiden wunderbar mild, aber würzig zum Vorschein. 

Angefangen beim Mizunara Wood Reserve, einem Whisky aus japanischer Eiche, offenbart uns den Eckpfeiler und das Geheimnis japanischen Whiskys. In jedem blended Malt aus Japan kann man genau die Mizunara Eiche herausschmecken, hier findet man eine Abfüllung einzig aus den Fässern dieser Eiche, was selten ist.


Die Konsistenz des Whiskys ist wunderbar ölig, die Nips am Rand des Glases laufen super langsam, wie man es sonst nur bei sehr alten Vertretern der Kategorie Scotch Whisky findet. Dies liegt vermutlich am stark schwankenden, fast tropischen Klima in der Stadt Chichibu. In der Nase ein Feuerwerk von Zimt, Citrus und Honig, sowie einer Menge Vanille - wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich einen sehr schönen ex-Bourbon gelagerten Whisky vermuten. Der Malt startet mit einer leichten Pfeffernote und gleichzeitig kommen Honig und viel Vanille dazu, dann eine leichte Bitterkeit der Mizunara Eiche und zugleich ihr charakteristischer Geschmack, den ich so gar nicht in irgendetwas Bekanntes einordnen kann. Vielleicht ein wenig Pfefferkuchen, Muskatnuss? Da kann mich aber auch meine Weihnachtsstimmung etwas trüben. Aber was ich außerdem herausschmecke sind Zimt und Karamel, sowie Buttertoffee, ähnlich einem Kuhbonbon. Der Abgang folgt lang und ausgiebig mit Vanille und der Eichennote, beides präsent über viele Minuten.

Die Wine Wood Reserve startet ordentlich durch. Die Öligkeit ist vergleichbar mit der Mizunara Wood Reserve, aber das Nosing komplett anders. Rote Früchte, vor allem reife Kirschen, treffen auf die Geruchsrezeptoren, dazu Süßer Früchtekompott, etwas Eiche, Honig und Röstaromen, und roter Wein (wer hätte es Gedacht?). Eine sehr komplexe Nase. Geschmacklich tritt der Whisky zunächst stark würzig an mit dunkler Eiche, schwenkt dann aber zu sehr lieblichen Tönen über, zeigt reife Früchte, Datteln und getrocknete Rosinen, aber auch frische Traubensüße findet man wieder. Danach wieder leichte Eichenbitterkeit, gepaart mit Vanille und Honig. Ein wunderbarer Dram. Im Abgang treffen Orangen auf Zartbitterschokolade und ein leichtes Kaffeearoma macht sich breit. Wunderbar, aber doch nicht Vergleichbar mit einem ex-Sherryfass - eben anders - vermutlich kam auch hier ganz oder teilweise Mizunara Eiche zur Anwendnung und nachdem in diesen Fässern Wein gelagert wurde kam eben der Whisky hinein.

Insgesamt zwei super Flaschen, die, wenn man die Preise von 120-200 € (tendenz steigend) bereit ist zu zahlen, es auf jeden Fall wert sind.

Damit verbleibe ich wie immer mit einem gönnen sie sich!
Ihr Fine-Stuff Enthusiast

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kritik: Der Spirit von St. Kilian versus den Fusel der Schotten

Tasting Notes: Ben Nevis First Fill Sherry Single Cask 44 Jahre

Alt gegen Neu: Highland Park 12 Years - Viking Honour